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ASTROLOGIE DER „HAMBURGER SCHULE”

28. MÄR

Die Geburt der MIKRO-Gradscheiben

Die Geburt der MIKRO-Gradscheiben

Mit freundlichen Genehmigung
des Witte-Verlages: www.witte-verlag.com

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Vor 80 Jahren - Die erste 90 Gradscheibe

Vor 70 Jahren - Die erste 90 Gradscheibe

Die Geburt der MIKRO-Gradscheiben

Von Ludwig Rudolph, HH 3/68

Ich habe im Frühjahr 1931 das erste 90°-Arbeitsgerät entwickelt. Ich führte es Alfred Witte vor, dabei war Friedrich Sieggrün.

Ich war in jener Zeit so vom Entdecker-Fieber erfüllt wie nie zuvor und entwickelte anschließend meine 45° - graphische Jahres-Ephemeride als rundes Arbeitsgerät für das Jahr 1932.

Als ich im August 1931 diese Ephemeride meinen Freunden vorlegte, begegnete ich eisiger Ablehnung. Als ich Sieggrün die Ephemeride brachte, betrachtete er - wie fassungslos - minutenlang den Titel und sagte bezeichnend:

"45°!? .... 45°!? — ich arbeite mit 90°!"

Kunststück! hatte er ja von mir gesehen... aber bald arbeitete er in 22°30 und schließlich in 11°15 und jeweils war die Teilung der letzte Schrei. Aber später kehrte er dann zu 90° zurück. Ich bin es also gewohnt geworden, seit ich die Feinteilungscheiben für astrologische Zwecke entwickelt habe, dass viele, sehr viele versuchten, entdeckerisches Neuland mit irgend einer dieser Teilungen zu gewinnen. Ernst Esch ging herunter bis 0°56, Max Siegrist entwickelte seine Tests mit 11°15. Reinhold Ebertin entwickelte meine 45°-Scheibe, die ich naturgemäß aus der 90° weiterentwickelt hatte, in die 90°-Scheibe zurück und reklamierte die alleinigen Urheberrechte für sich. Ich lege gar keinen Wert darauf, weil sie ganz einfach Alfred Witte zustehen.

Heute gibt es außerdem Gradscheiben von 7°30, 15°, 30°, 72° u.a.. Es ist also eine Scheibeninflation vorhanden und jeder meint, die er gerade benutzt, sei die einzig richtige. Dabei ist die einzig richtige immer noch die 360°-Scheibe. Wer sie nicht ganz genau kennt und versteht, geht auf Glatteis, wenn er meint, nur seine Hobby-Scheibe sei die richtige.

Ich habe bereits 1931 in meiner ersten Veröffentlichung der 45°-Ephemeride für 1932 darauf hingewiesen, dass die 45°-Scheibe in einer Achse eigentlich 2 Achsen zeigt, die 22°30 von einander entfernt liegen. Man unterscheidet sie aber leicht, indem man die Summen der sich spiegelnden Planeten zieht. Die um 15° kleineren sind die 22°30 entfernten. Ferner: die volle 45°-Achse zeigt die in der oberen Hälfte sich spiegelnden Planeten, die in der unteren Hälfte sind die 22°30 abstehenden und die um 15° kleineren Summen.

Ich habe auch damals schon darauf hingewiesen, dass diese, in sich selbständigen, aber 22°30 voneinander entfernt liegenden Achsen einen Schritt darstellen, bei dem die eine selbständige Achse ihrer Bedeutung nach in die andere hineinwirkt, bzw. sie in ihrer Aussage ergänzt. Wer in der 45°-Teilung auch die in der Querachse liegenden gleichen Abstände beachtet, hat damit auch die 11°15 abstehende Struktur einbezogen, die wiederum eine oder besser zwei selbständige Vollachsen sind, die im Schritt in die 22°30 und 45° Achsen hineinwirken.

Das alles war mir klar in einer Arbeitszeit von einem Vierteljahr vom Frühjahr bis zum Sommer 1931, dem Erscheinen meiner 45°-Kreis-Ephemeride für 1932. Damit habe ich das Prinzip bekannt gemacht. Die Anregung zu 90° gab mir Alfred Witte.
Wenn man nun eine 22°30-Scheibe benutzt, hat man wieder in einer Achse zwei Achsen, die 11,25° voneinander entfernt liegen und die Querachse, - wie ich das nannte -, zeigt die in 5°37'30 entfernt liegenden Achsen dazu. (In 45° sind das die 11°15 entfernt liegenden).

Um Achsenuntersuchungen in Horoskopen durchzuführen, die mit solchen Feinteilscheiben aufgezeichnet sind, benutze ich immer die 360°-Scheibe mit ihrem übersichtlichen Teilkreuz. Dieses gestattet immer am besten die in einer Zeichnung auftretenden drei ja auch vier Gruppen zu unterscheiden. Man braucht nur zu überlegen, dass sich die vier Teilgruppen um die Diagonalen des Kreuzes spiegeln.

• Bei den 90°-Scheiben sind
das die 11°15-Winkel

• bei den 45°-Scheiben sind
das die 5°37'30-Winkel

• bei den 22°30-Scheiben sind
das die 2°48'45-Winkel

• bei den 11°15-Scheiben sind
das die 1°24'22.5-Winkel

• und bei 5°37'30-Scheiben sind
das die 0°42'11.25-Winkel.

Diese Teilungsreihe entspricht der 2-Teilung des Kreises:

360° (T1),
180° (T2),
90° (T4),
45° (T8),
22°30 (T16),
11°15 (T32),
5°37'30 (T64),
2°48'45 (T128),
1°24'22.5 (T256),
0°42'11.25 (T512).

Die folgende ist

360
: 3 = 120° (T3)
: 2 = 60° (T6)
: 2 = 30° (T12)
: 2 = 15° (T24)
: 2 = 7°30 (T48)
: 2 = 3°45 (T96)
: 2 = 1°52'30 (T192)
: 2 = 0°56'15 (T384)

Beide sind in ihren großen Winkeln die in der Astrologie üblichen Aspekte, die guten und die schlechten. Die 9-Teilung zeigt ihre Vereinigung bis auf 14 Gradminuten; bei ihrer 15-Teilung sind sie auf etwa 12 Gradsekunden vereint. Die Unterscheidungen beider Gruppen hören dann auf; ebenfalls jede vernünftige Untersuchung.

Für Planetenbilder nach der Hamburger Schule gilt die Zweier-Teilung des Kreises.
Die Winkel der Dreier-Teilung können sowohl unter sich Strukturachsen bilden als auch sich einordnen in solche der Zweier-Teilung. Es sind:

7°30 + 15° = 22°30, 11°15-Achsen
15° + 30° = 45°, 22°30-Achsen
30° + 60° = 90°, 45°-Achsen
60° + 120° = 180°, 90°-Achsen

Die Abkunft des Menschen von

• 2 Eltern,
• 4 Großeltern,
• 8 Urgroßeltern usw.

lässt uns für die Zweier-Teilung des Kreises bei 22°30 oder 16 : 1, höchstens bei 11°15 oder 32 : 1 die äußerste Grenze setzen. Für die allgemeine Horoskopie bleibt 360° die Hauptlehrscheibe.


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Quelle:
1) www.Witte-Verlag.com  
2) Ludwig Rudolph, „Hamburger Heft“ 3/68

 

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(с) Witte-Verlag  www.witte-verlag.com

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Die Vorbereitung des Materials für www.astropolis.lv : Aleksandra Jakovleva.

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Eine russische Übersetzung des Artikels finden Sie hier: "Рождение МИКРО-градуированных дисков"